Ausblick über die Sächsische Schweiz vom Winterberg aus

Muss man sich immer das weiteste Reiseziel aussuchen, auf das perfekte Wetter warten und am Ende doch den ganzen Trip abblasen? Ganz klar: Nein! Manchmal reicht eine Nachricht von einem Freund aus, um sich in ein Abenteuer vor der eigenen Haustür zu stürzen. Also fix ein paar Klamotten in den Rucksack geworfen, die Akkus der Kamera mit Spannung versorgt und mit acht Gleichgesinnten in Richtung Sächsische Schweiz aufgebrochen.

Rund 150 Kilometer von Leipzig entfernt erstreckt sich der Nationalpark Sächsische Schweiz. Der deutsche Teil des Elbsandsteingebirges ist geprägt durch bizarre Felsformen und alte Burganlagen wie die Festung Königstein, Burg Hohenstein oder die alte Basteibrücke der Felsenburg Neurathen. Ziemlich viel Potenzial für einen Ausflug übers Wochenende und allerhand Möglichkeiten für tolle Bilder.

Sonnenaufgang im Wald

Allerdings hatte ich am Anfang auch ein paar Bedenken. Immerhin kannte ich von unserer verhältnismäßig großen Gruppe genau eine Person. Franz. Und auch wenn ich mich selbst als kommunikativen Menschen bezeichnen würde, so ist die Aussicht auf ein kleines gemeinsames AirBnB mit sechs Fremden am Anfang etwas eigenartig. Doch bereits mit dem Betreten der Wohnung waren sämtliche Sorgen vergessen. Wurdet ihr schonmal von vier verrückten Typen begrüßt, die gerade drei Kilogramm Bolognese in einem viel zu kleinen Kochtopf zubereiten? Also ich nicht. Aber bereits bei diesem Anblick, hatten Tobi, Hannes, Aron, und Marvin mein Herz im Sturm erobert. Der Rest war dann reine Formsache.

Tobi Schnorpfeil sitzt auf Felsenzunge

Es ist allgemein ein ziemlich tolles Gefühl, Zeit mit Menschen zu verbringen, die auf der gleichen Wellenlänge schweben. Und während mit Frederik und Simon die letzten Beiden in Königstein eintrafen, wurde bereits der Plan für unseren ersten Ausflug geschmiedet.

Aufstieg zu den Schrammsteinen

Also fix die Teller gelehrt, die Stiefel geschnürt und ab in die Spur. Immerhin war es bereits 16.00 Uhr und die Sonne würde bald untergehen. Das wir sie dank Hochnebel aber ohnehin nicht zu Gesicht bekommen würden, steht auf einem anderen Blatt Papier. Aber auch für diese plötzlichen Nebelfelder ist die Sächsische Schweiz bekannt.

Instagramer auf Treppe zwischen Felsen

Mit einer Strecke von rund 5,6 Kilometern ist dieser Trip in guten 2 – 2,5 Stunden machbar. Nach schmalen Trampelpfaden und einem Aufstieg über die „Himmelsleiter“, einer schier unendlichen Metalltreppe, welche direkt zwischen die Felsen geschlagen wurden, gelangt man zur Schrammsteinaussicht (417 m ü. NN). Von hier kann man einen gigantischen Blick. Markante Felsen wie u. a. der “Bloßstock”, ein Klettergipfel in den Affensteinen, sind von hier wunderbar zu sehen. Normalerweise. Wir sahen genau – nichts. Der Nebel wurde so dicht, dass wir kurz davor standen uns an die Hand zu nehmen um uns nicht zu Verlierern. Also eine kurze Rast am Gipfel gehalten, ein paar Fotos geschossen und trotzdem glücklich den Rückweg angetreten. Wer Outdoor liebt, muss Nebel können. Das gehört einfach dazu. Und vor allem hier, im Naturpark Sächsische Schweiz.

Am nächsten morgen klingelte der Wecker gegen 04:00 Uhr. Und ja, man kann sich durchaus fragen, wieso wir so früh aus den Federn springen. Dabei ist die Frage relativ einfach zu beantworten. Wir wollten tolle Bilder schießen.

Wenn man Fotos einen besonderen Touch geben möchte, benötigt man zweierlei Dinge. Tiefstehende Sonne und möglichst keine Touristen die einem ständig im Weg rumstehen. Gerade letzteres mag zwar ein wenig überheblich klingen, aber man kann die Seele einfach nicht richtig baumeln lassen, wenn eine Horde Reisebusfahrer den Gesamteindruck trübt. Also möglichst zeitig aus den Federn und ab in die Berge der Sächsischen Schweiz.

Unser zweites Ziel: Der kleine Winterberg

An diesem besagten Morgen war Petrus auf unserer Seite. Zwar war die Sonne mit dicken Nebelschwaden verhangen, aber schönes Wetter liegt ja bekanntlich im Auge des Betrachters. Für unsere Zwecke war es einfach perfekt. Die Bäume und zerklüfteten Felsen waren in eine magische Decke aus Dunst getaucht und als wir nach rund zwei Stunden am kleinen Winterberg ankamen, betrug die Sichtweite stolze zehn Meter. Keine Chance für einen Blick über die atemberaubende Landschaft, aber immerhin ein guter Grund für eine ausgedehnte Rast an dem bekannten Spot. Während Simon bereits die ersten Aufnahmen mit seiner Sony A6500 auf den Sensor seiner Kamera brannte, machte sich der Rest über Bananen und Müsli-Riegel her. Schließlich legt eine Gruppe aus jungen Menschen (zu denen ich mich vielleicht nicht mehr ganz zählen kann) ein beachtliches Tempo beim Erklimmen der Berge vor.

Fotograf auf dem Winterberg

Nach gut einer Stunde, es muss gegen 07:00 Uhr gewesen sein, wurde die Sicht besser. Der Nebel legte sich langsam ins Tal und präsentierte die geballte Schönheit der Natur. Es gibt in der sächsischen Schweiz unzählig viele Möglichkeiten tolle Bilder zu schießen, doch in dieser Konstellation, bei diesem einmaligen Wetter, wurde man von den Eindrücken fast erschlagen. Wo soll man auch anfangen, wenn sich hinter jeder Ecke ein neues, noch schöneres Motiv präsentiert. Und auch wenn die Temperaturen alles andere als angenehm waren, so stieg die Motivation mit jedem einzelnen Klacken des Kamera-Verschlusses.

Instagramer im Nebel der Sächsischen Schweiz

Nach guten zwei Stunden, einigen Gesprächen und vielen tollen Bildern, setzten wir unseren Trip weiter fort. Vorbei an saftigen Wiesen, nebelverhangenen Wäldern und rutschigen Felsen, ging es zu unserem letzten Spot für diesen Vormittag, der Idagrotte, wo wir noch gute zwei Stunden verweilten.

Wanderer in der Sächsischen Schweiz

Irgendwann macht sich aber auch bei ambitionierten Wandersmännern die Müdigkeit breit. Wenn der Schlaf zu kurz kommt und der Magen knurrt, kommt auch der letzte an seine Grenzen. Also auf in Richtung Parkplatz und ab in die nächste Wirtschaft. Ob der knurrende Magen oder das leise zwitschern eines kühlen Weizens die müden Knochen für den langen Heimweg mobilisiert hatte? Ich kann es nicht mehr genau sagen. Allerdings weiß ich noch genau, wie sehr ich mich über gut bürgerliche Küche aus der Region und ein kühles Getränke freute. Manchmal sind es einfach die kleinen Dinge, die einem in Erinnerung bleiben.

Fotograf in der Sächsischen Schweiz

Nach einem Kurzen Mittagsschläfchen in unserer Unterkunft waren die Daten transferiert und die durchgeschwitzten Klamotten getrocknet. Zeit für einen weiteren Abstecher in der Sächsischen Schweiz.

Die alte Basteibrücke der Felsenburg Neurathen

Auch wenn der „Klassiker“ des Nationalparks Sächsische Schweiz vermutlich bei den Meisten von euch verschrieben ist, so bin ich immer wieder beeindruckt, was Menschen alles erschaffen können. Und auch hier zählt eine Sache ganz besonders: Ziemlich spät einen Abstecher machen oder super früh den Rucksack satteln. Gerade in den Morgenstunden ist der Anblick der Brücke einfach gigantisch. Man hat das Gefühl, als wäre die Zeit stehengeblieben und man kann sich mutterseelenallein umsehen und die vielen tollen Spots erkunden. Einfach grandios. Und auch wenn wir am ersten Tag noch zu viele Touristen vorfanden, so entschädigte uns der nächste Morgen für alle Mühen. An dieser Stelle möchte ich mir aber auch alle weiteren Worte sparen. Immerhin hat Simon die Stimmung noch viel besser in diesem Video eingefangen. Ihr solltet es euch unbedingt anschauen!

Sprachlos? Ich auch! Eine tolle Zusammenfassung unseres spontanen Trips in die Sächsische Schweiz. Auch in Zukunft  werden wir Euch mit solchen und ähnlichen Videos versorgen. Impressionen, Dokumentationen und Portraits verschiedenster Charaktere warten auf Euch. Wir stehen gerade erst am Anfang. Und wenn auch ihr das Kribbeln in Fingern und Beinen spürt, dann schnappt Euch euren Kumpel, werft den Rucksack auf den Rücken und stürzt euch selbst ins nächste Abenteuer. Und vergesst bloß nicht uns davon zu erzählen!

Gruppe Fotografen auf dem kleinen Winterberg

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Olli
Rucksack gepackt, Stiefel geschnürt und immer auf dem Sprung. / @tyrosize